Kleine Obstkunde – Hommage an unsere alten Sorten

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Sicher gibt es gute Gründe, gerade in beengten Hausgärten auf neuere Obstsorten zurückzugreifen.  Gerade in jüngster Zeit wurden viele Sorten neu gezüchtet, die Vorzüge  in ihrer Wuchsform, Krankheitsresistenz oder  einfach nur im Aussehen der Früchte haben.  Auch gibt es zum Beispiel mittlerweile selbstbefruchtende Sorten.  Es ist daher auch nichts  gegen das Pflanzen moderner Sorten einzuwenden. Auch Sie bereichern einen Garten durch ihre Blütenpracht ungemein und bieten Nistmöglichkeiten für unsere heimischen Singvögel und Nahrung für Bienen und Insekten.  Der Ertrag wird heute in der Regel jedoch bei der Sortenwahl nicht unbedingt im Vordergrund stehen.

Wie aber die Abbildung aus  einem alten Obstbuch zeigt, ist die Farb- und Formenvielfalt bei älteren Sorten enorm. Während das Obstangebot im Supermarkt sich stark an optischen Gesichtspunkten orientiert, hat man im eigenen Garten noch die Möglichkeit Bäume zu pflanzen, die einen eigenwilligeren Charakter haben.  Viele ältere Sorten, auf die ich in späteren Artikeln noch eingehen werde, bieten hier durchaus geschmackliche Überraschungen.  Noch findet sich in den Baumschulen ein großes Angebot an verschiedenen Sorten – ein Grund mehr sich dort individuell beraten zu lassen.

Diese Beratung wird man im Baumarkt ebensowenig erwarten  können wie einen Preisvorteil. Wie günstig Obstbäume in Baumschulen zu haben sind, wird sie in aller Regel überraschen. Dabei macht es kaum einen Unterschied, ob sie sich für eine alte Obstsorte entscheiden oder auf Massenware zurückgreifen. Mit jeder Nachfrage nach einer alten Sorte, die bestenfalls auch in ihrer Region einst typisch war, verhindern sie, dass diese Sorten aus dem Angebot verschwinden. Im Kampf gegen  EU-Normen im industriellen Anbau haben es unsere alten Sorten ohnehin schon schwer genug.  Trotzen sie der Abnahme der Artenvielfalt und überraschen sie  sich und ihre Bekannten mit dem Geschmack eines Apfels oder einer Birne, den sie bis zur ersten eigenen Ernte noch gar nicht kannten.  Dann können auch Sie wie der alte Ribbeck auf Ribbeck zu Ihren Nachbarkindern sagen:

Lütt Dirn, kumm man röwer, ick hebb ’ne Birn“

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