Die Tricks der Pflanzen

Ungewöhnliche Tricks wenden einige Pflanzen an, um ihre Verbreitung und Fortpflanzung zu sichern oder an Nahrung zu kommen. Man denke an die Fallschirme der Löwenzahnsamen, die sie weit weg tragen, oder an das Springkraut. Seine  Samenkapseln platzen bei Berührung auf und schleudern den Samen hinaus. Dieser Trick hat dem drüsigen Springkraut neben seines raschen Wuchses vielerorts einen entscheidenden Vorteil verschafft. Im 19. Jahrhundert als Zierpflanze eingebürgert gilt es mittlerweile mancherorts als invasiver Neophyt.  Aber es gibt noch weitere…

Das Efeu zum Beispiel überwindet mit seinen Haftwurzeln fast  jedes Hindernis. Und nicht nur das. „Wenn alle Pflanzen zum Licht wachsen, muss ich mir was anderes einfallen lassen“, mag es sich gedacht haben und wuchs fortan ins Dunkle hinein.  Buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand taucht es dann plötzlich an der anderen Seite einer Mauer wieder auf. Da ist folglich keine Konkurrenz mehr vorhanden und es kann sich weiter ausbreiten.

Efeu - Hedera helix

Efeu – Hedera helix
durch die Wand gewachsen

Erst wenn die Pflanze, etwa beim besiedeln von Bäumen, so nicht mehr weiter kommt, nimmt sie Ihre Altersform an und bildet Blüten und Früchte aus. In den Baumkronen warten dann schon die Vögel, die bei der Verbreitung des Samens weiterhelfen.

Klettenlabkraut

Klettenlabkraut

Oder das Klettenlabkraut, das per Anhalter fährt. Früchte und Triebe  sind mit feinen Härchen  versehen, die leicht im Fell oder an der Kleidung haften bleiben. Tiere und Menschen nehmen es so huckepack über beachtliche Strecken mit. Wer hat in seiner Kindheit nicht Andere damit geneckt?

Agave

Blattsukkulenz der Agave aufgenommen im Botanischen Garten Osnabrück

Fleischfressende Pflanzen gehören ebenso in diese Reihe, auch die Mistel, die sich mit ihren Haustorien an Obstbäume haftet und sich an deren Nahrungsvorräten schadlos hält.  Sukkulente Pflanzen  wie der Mauerpfeffer oder die Kakteen legen sich dagegen in guten Zeiten ihren Wasservorrat in ihren Blättern selbst zu. Die Agave ist außerdem besonders wehrhaft. Wer sich an ihr sticht, riskiert eine ausgewachsene Blutvergiftung.  Auch Feuerdorn, Weißdorn, Berberitzen und Rosen verteidigen sich mit Dornen und Stacheln.

Warum eine Rose keine Dornen hat ist ein anderes Thema… (einfach regelmäßig reinschauen, dann erfahren Sie es)

und und und… Was fällt Ihnen noch ein ? Wir freuen uns auf ihre Kommentare.

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3 Kommentare zu “Die Tricks der Pflanzen

  1. Mit Springkraut ist wahrscheinlich das drüsige Springkraut Impatiens glandulifera gemeint, das sich in erster Linie so rasch ausbreitet, weil es hier keine natürlichen Feinde hat, aber von Hummeln ganz normal bestäubt wird.
    Das europäische Große Springkraut Impatiens noli-tangere war hier immer heimisch und ist deswegen keine Landplage.
    Das Klettenklebkraut hat keine klebrige Substanz auf den Blättern, sondern sehr feine Härchen, die sich überall anhaften.

    • Danke für die fachlichen Anmerkungen. Ist richtig, es sind die Härchen mit denen das Klettenlabkraut anhaftet- wie konnt ich nur. Beim Springkraut muss ich selbst nachschauen wlche eingeschleppte Art ich da im Kopf hatte. Es ging mir aber eigentlich um die interessante Verbreitungsmethode der Samen, nicht um einen Kreuzzug gegen das Springkraut. Ich ändere den Artikel heute Abend entsprechend.

  2. nochmals Danke für die Richtigstellung Bibo59, die Passagen habe ich geändert. Fachliche Kommentare sind im übrigen sehr erwünscht. – Alles weiß ich nun auch nicht und vieles ist sicher diskussionswürdig.

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