Familienausflug und Bauerngärten

Unser heutiger Familienausflug führte uns auf einstimmigen Beschluss unserer Kids ins Museumsdorf  Cloppenburg. Ich muss zugeben, dass ich selbst überrascht über ihre Wahl war und schwöre , dass ich in keiner Weise versucht habe, Einfluss auf ihre Entscheidung zu nehmen. Wenn sich aber Kinder in so unterschiedlichem Alter wie meine  für das Museumsdorf begeistern können, obwohl oder gerade weil sie dort schon öfter waren, zeigt das doch wie interessant diese Anlage immer noch ist.

Ein Ausflug dorthin ist zudem gerade für vielköpfige Familien ein sehr preiswertes Vergnügen und ganz nebenbei fielen auch noch ein paar Aufnahmen für das Gartennetzwerk dabei ab.  Natürlich habe ich diesmal mein Augenmerk auf die unterschiedlichen Bauerngärten gerichtet die rund um die Häuser angelegt sind.

Die Gärten im Museumsdorf Cloppenburg sind nicht zu Unrecht Bestandteil der von den Tourismusverbänden des Oldenburger Münsterlandes herausgebrachten Visiten Touren. Das parkartig angelegt Gelände lädt zudem gerade jetzt zu kleinen Spaziergängen ein.

Das Thema Bauerngärten wird hier später noch ausführlicher zu behandeln sein, denn den Bauerngarten gibt es meines Erachtens nicht.  Zwar kommen einige typische Pflanzen wie Hortensien, Funkien oder Stockrosen häufig in Bauerngärten vor, doch auch hier gibt es regionale Unterschiede. Zum anderen ist natürlich die  historische Epoche des Entstehens von Bedeutung.

Der Entscheidende Unterschied ist aber die soziale und wirtschaftliche Stellung des Hofbesitzers: Handelt es sich um ein Gut oder einen Herrensitz, einen großen Hof oder um eine Heuer- oder Siedlerstelle? Je größer Der Hof und der Rang des Hofbesitzers, desto mehr Raum  nehmen formale und gestalterische Elemente, wie  in Form geschnittene  Eiben (Taxus baccata) oder Buchsbaumhecken oder auch Staudenrabatten ein.

Bei den Landarbeitern, Heuerleuten und kleinen Siedlern überwiegt dagegen der Nutzgartenanteil. Was heute zum Livestyle avenciert (ohne dies abwerten zu wollen) und innerhalb der bewussten  Ernärung eine Renaissance erlebt, war in der bäuerlichen Kulturgeschichte eine Notwendigkeit, um die Familie ernähren zu können. Landwirtschaftliche und gärtnerische Nutzung gingen ineinander über.  Die Hühner im Garten, die Gemüsebeete oder die Obstwiese besserten die schmale Kost auf.  Schließlich nahmen die Kosten für Nahrungsmittel, gemessen am damaligen Lohn, einen viel höheren Anteil als heute ein.

Nicht zu vergessen ist, dass dem Heuermann zur eigenen Bewirtschaftung meist ertragsarme Stücke überlassen wurden. Für die Neusiedler auf ehemaligem Markengrund gilt gleiches. Das Land musste also in mühseliger Arbeit erst urbar gemacht werden. Wo die Gartenarbeit heute ein Ausgleich für stressbeladene Büroarbeit ist, war sie vor hundert und mehr Jahren schwere körperliche Arbeit.

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