Erntezeit

Ende August, Anfang September beginnt für den Gärtner nicht nur die Erntezeit für die essbaren Früchte sondern auch für so manches Saatgut. Da mich die gärtnerische Produktion wohl nie so ganz losläßt, versuche ich es in diesem Jahr einmal mit der Aussaat von Hainbuchen. Ob die Sache nebenbei zu einem wirtschaftlichen Erfolg wird, kann ich noch gar nicht absehen. Für ein paar hundert Meter Hainbuchenhecke ist auf meinem Grundstück aber auf jeden Fall noch Platz und die wurzelnackten Pflanzen lassen sich problemlos  im Herbst verschicken.

Warum ich nun die Hainbuchen vermehre hat natürliche seinen Grund. Erstens ist die Hainbuche für mich die beste aller laubabwerfenden Heckenpflanzen, sogar noch vor der Rotbuche. Diese wächst nämlich so schlecht an, dass sie mir in meinem Gärtnerleben wenig Freude bereitet hat. Nur mit ständigem Wässern und scharfem Pflanzschnitt lassen sich bei ihr gute Anwachserfolge erzielen.

Die Hainbuche ist da viel weniger anspruchsvoll. Sie verträgt sowohl Trockenheit als auch Nässe viel besser. Eine Hainbuchenhecke ist ausgesprochen dauerhaft und läßt sich auch nach vielen Jahren noch stark zurückschneiden. Bereits im nächsten Jahr ist sie dann in der gewünschten Höhe und Breite wieder fast so dicht wie vorher. Schattige oder sonnige Lage ist ebenfalls kein Problem. Während die Rotbuche schwere Lehmböden bevorzugt,  ist die Hain- oder Weißbuche wie geschaffen für unsere leichten Sandböden.

Also habe ich nun reichlich Saatgut geerntet, dass ich in den nächsten Tagen einsäen werde. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Grünsaat, im Gegensatz zur Aussaat des vollreifen Saatgutes im Frühjahr.

Die Samen lassen sich leicht abstreifen und brauchen dabei nicht entflügelt zu werden. Sie werden etwa 300 – 400 Pflanzen pro Quadratmeter ergeben. Wird das Saatgut später geerntet, muss es es erst eingeschichtet und im Frühjahr ausgesät werden. Dabei reduziert sich dann der Keimerfolg auf ca. 60 %. Auch kann es passieren, dass das Saatgut erst bis zu 3 Jahre überliegt, bevor es keimt.

Wie ich die Saat durchführe und wie ich Saat und Jungpflanzen vor Mäusefraß  und Hasen schütze, folgt in einem Beitrag am Wochenende. Wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, werden die Sämlinge im Herbst des nächsten Jahres dann aufgepflanzt. Sie benötigen dann noch zwei weitere Jahre um zu leichten Heckenpflanzen heranzuwachsen. Erst dann werden sie nach Größen sortiert. Die Handelsgröße wird dann meist 1 + 2  80-120 sein Dabei steht die 1 für ein Jahr als Sämling , + 2 für das Aufschulen und die 2 weiteren Standjahre. Die Pflanzen sind dann 1,20 Meter hoch. Der marktübliche Preis einer solchen Pflanze liegt dann bei etwa 1,00 – 1,50 Euro/Stück. Benötigt werden für eine Heckenpflanzung etwa 4-5 Pflanzen je lfdm. Kleinere Pflanzen  (1 + 1 50-80) zu setzen, ist dem Gartenbesitzer nicht zu empfehlen. Diese Größen finden allenfalls im Forst oder zum Aufschulen zu größern Heckenpflanzen oder Sträuchern Verwendung.

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