Pilzkultur ? Problemfall Hackschnitzel

In gewisser Weise fand ich die vielen unterschiedlichen Pilze, die ich entlang einer Hecke aus Feldahorn gesehen  habe, schon interessant. Beabsichtigt war diese Art der Pilzkultur sicherlich nicht.  Zwar sind diese Pilze für die gesunden Pflanzen erst einmal nicht schädlich. Auch ist es ein relativ normaler Vorgang, wenn sich zum Beispiel im Rasen plötzlich die Fruchtkörper von Hutpilzen zeigen. 

In dieser Pflanzung haben 2 Faktoren zu dem üppigen Pilzwachstum beigetragen. Mit den hohen Niederschlägen der letzten Tage und dem schlechten Wasserabzug  der Fläche fanden die Pilze hier ideale Wachstumsvoraussetzungen.

Zum anderen sind es die Hackschnitzel, mit denen hier gemulcht wurde. Insbesondere wenn diese falsch gelagert wurden oder noch sehr frisch sind, begünstigen sie durch ihren hohen Wassergehalt das Pilzwachstum.

Das Problem bei der Verwendung von Hackschnitzeln ist jedoch ein anderes. Mit ihrem hohen Kohlenstoffanteil (C) haben sie ein weites C:N – Verhältnis. Dadurch wird dem Boden durch die Bodenbakterien während der Zersetzung Stickstoff (N) entzogen. Die Bodenbakterien konkurrieren mit der Pflanze um den im Boden verfügbaren Stickstoff.  Dies führt auf die Dauer zu Stickstoffmangel bei den Pflanzen. Daher müsste hier, um ein Vergilben der Blätter und einen Kümmerwuchs zu vermeiden, mit Stickstoff nachgedüngt werden.

Auch der PH-Wert des Bodens wird von den Hackschnitzeln negativ beeinflusst. Eine Aufkalkung ist daher in der Regel empfehlenswert.

Folgende Alternativen zur Mulchung mit Hackschnitzeln kann ich empfehlen:

Rindenmulch

Der Preis für Rindenmulch ist zwar höher, seine Eigenschaften sind jedoch gegenüber den Hackschnitzeln deutlich besser. Auch hier sollte jedoch eine zusätzliche Stickstoffdüngung und Kalkung erfolgen.

Kokosmatten

Vliese oder verrottbare Folien mit aufgesteppten Kokosfasern sind eine gute Alternative besonders bei  Wallbepflanzungen.  Sie sorgen zudem für einen guten Erosionsschutz. Jedoch sollte die Kokosauflage nicht zu stark sein, da die Fasern sonst den Boden versalzen. Daher entsprechend hochwertige Produkte verwenden.

Vlies

Auch reines Vliesgewebe eignet sich zum Schutz vor unerwünschtem Bewuchs, gegebenenfalls mit einer dünnen Mulchauflage, die für eine bessere Optik und ein Verlangsamen des Verrottungsprozesses sorgt.

Vlies ist jedoch nicht gleich Vlies. Es kommt hier weniger auf die Dicke des Vlieses, als auf seine UV- Beständigkeit und  die Festigkeit an. Ein weiteres Kriterium ist die Wasserdurchlässigkeit, die trotzdem gegeben sein muss.  Optisch lassen sich für diesen Verwendungszweck geeignete, gute Vliese an ihrer glatten Oberfläche und ihrer Farbe erkennen. Ein Vliesgewebe, dass sich mit dem Finger durchrücken lässt, ist denkbar ungeeignet. Es gibt heute jedoch bereits sehr gute Vliesgewebe, die sogar eine Verkrautung mit Giersch, Quecke und sogar Ackerschachtelhalm verhindern!  Lassen sie sich daher von Fachleuten beraten.

Beispiel für ein hochwertiges Vlies:

Vlies

Hochwertiges Vlies

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8 Kommentare zu “Pilzkultur ? Problemfall Hackschnitzel

      • Eigentlich mag ich dieseArt von Mulchen nicht so sehr. Wir haben im Staudenbereich das Wegekreuz mit Rindenmulch versehen, weil es immer so umständlich ist dort zu mähen. Pilze haben wir noch nicht entdeckt, wahrscheinlich, weil es so trocken war.

      • Manchmal macht es Sinn zu mulchen, vornehmlich bei Neuanpflanzungen. Wenn die Pflanzendecke dann geschlossen ist sollte auch das vlies oder der mulch sich langsam in Wohlgefallen auflösen. Dass ist bei Hackschnitzeln ein weiteres Problem.

  1. Es gibt halt viele Pilze, die sich in verrottendem Holz entwickeln, auch so leckere Sorten wie Stockschwämmchen. Wahrscheinlich waren die Sporen schon im Holz. Das ist ein natürlicher Vorgang, in jedem Wald zu beobachten. Ich würde mal nachsehen, ob essbare darunter sind. Ich selbst nehme übers Jahr die Rasenmahd zum Mulchen der Beete und möchte jetzt im Herbst mal mit Laub experimentieren.

    • trau mich nicht , wegen der essbaren ;-D
      Laub ist sicher gut, vielleicht mit dem Rasenschnitt mischen. Rasen allein ist auch nicht ganz problemlos. ( Sollte trocken sein) Aber Du hast recht, es gibt viele weitere Möglichkeiten.

  2. Ich nehme für einen Rasenrandbereich auch gern den Rasenschnitt. Wenn die Schicht nicht zu dick ist, gibt es da kein Problem mit Schimmel. Nachdem der Schnitt angewelkt und etwas eingefallen ist, gehts damit auf den Kompost. Der Streifen bekam den Sommer über gleich wieder die nächste Ladung Rasenschnitt. Der Boden unterm Mulchstreifen wurde toll von den lieben Würmern durchgearbeitet und angereichert und der ursprüngliche Rasen ist natürlich längst Geschichte. So gut vorbereitet konnte ich hier ganz ohne Mühe nun meine lockere Wildobsthecke pflanzen. Mulchen ist klasse und erspart viel Jäten!
    Rike

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