Der Hasenstrauch

Neues vom Projekt Gemüsegarten

Kleinholz

„Macht Dir das eigentlich Spaß ?“  – war die Frage meiner Tochter als Sie neulich das Ergebnis meiner Nacht- und Nebelaktion beurteilte. Hatte ich doch einen  großen Eschenahorn aufgeastet und war auch einem Japanischen Ahorn und dem von allen so geliebten Blütenhartriegel gehörig mit der Motorsäge zu Leibe gerückt. Was für mich ganz normale Pflegeschnitte waren, erregte wie erwartet die Skepsis meiner lieben Familie. Dass sie dabei jedoch alle noch ein Lächeln im Gesicht trugen überraschte mich schon ein wenig und lag wohl daran, dass sie mit den Ergebnissen meiner anderen Arbeiten sehr zufrieden waren. Man  traute mir also offensichtlich doch etwas an fachlicher Kompetenz zu. Die Frage, ob es mir Spaß gemacht habe, konnte ich übrigens nicht verneinen. Denn diese Schnittmaßnahmen am Rande des Gemüsegartens brachten mir ein ungewohnt helles Büro und den freien Blick auf mein Gelände ein. Unter Einhaltung eines basisdemokratischen Prozesses wäre ich in diesen Genuss wohl nicht gekommen.

Kräuterspirale

Bei Baumaßnahmen wie der Kräuterspirale oder Wegen überlassen mir meine Kinder allerdings gern die Planung und natürlich auch die Ausführung. Hier hätte ich wiederum gern ihre Handlangerdienste in Anspruch genommen. Zur Bauabnahme erschienen sie aber alle wieder vollzählig, und immerhin konnte ich mich dabei über die allgemeine Zustimmung freuen. Die aktuelle Bepflanzung der Kräuterspirale allerdings muss man als vorläufig ansehen, hatte ich es doch mit der eingekauften Pflanzenmenge ziemlich gut gemeint. Getreu dem alten Gärtnermotto „Was wir mitnehmen bauen wir auch ein“, habe ich dennoch alles untergebracht. Zwar hätte ich auch einige Kräuter in dem kleinen Beet neben der Kräuterspirale unterbringen können, aber auf die Aussaat von Borretsch, in den ich mich im vergangenen Jahr wegen seiner schönen Blüte verliebt hatte, mochte ich nicht verzichten. Daher wird  ein weiteres Kräuterbeet später folgen müssen.

Recycling

Sicher nicht für die Ewigkeit gebaut ist die rustikale  Einfassung aus unbehandelten Stämmen, die ich palisadenartig versetzt habe.  Doch es war Eile geboten, schließlich musste der Gemüsegarten dringend gegen Kaninchen und Hasen gesichert werden.  Nach und nach werde ich daher morsche Stämme gegen haltbareres Eichen- und Lärchenholz austauschen. Mit integriert habe ich auch ein mit Himbeeren begrüntes altes Metallgatter und einen bereits bewurzelten Weidenstamm als Kopfbaum.  Überhaupt besteht die gesamte Einfassung des Gemüsegartens aus Resten und zweckentfremdeten Materialien. Auf dem angrenzenden Pflaster waren es hochkant aneinander gereihte Paletten. Für den Rest reichte Hexagongeflecht an älteren Baumpfählen. Diese werden wohl gerade noch so lange halten, bis das Geflecht mit der dagegen gepflanzten  Buchsbaumhecke vollständig verwachsen ist. Der Gipfel der Resteverwertung war aber wohl eine alte Kühlschranktür, die nun als Pforte dient.

Der Hasenstrauch

Wie gesagt konnte ich bei der heutigen Abnahme in erfreute Gesichter blicken. und durfte mich über die Hilfe bei den Aufräumarbeiten freuen. Bei diesen tauchte dann auch ein ziemlich mickriger Stachelbeerstrauch auf, den ich wohl irgendwann einmal eingetopft hatte. Da es keine Verwendung dafür gab und der Garten  nun für Hasen weitgehend unzugänglich war, wurde  das Pflänzchen kurzerhand vor die Einzäunung gestellt und zum „Hasenstrauch“ erklärt.  Da anzunehmen ist, dass Meister Lampe dieses  gr0ßzügige Angebot kaum  annehmen wird, ist aber schon eine andere Ausgleichsmaßnahme geplant. Eine Dose selbst gesammelter Wildackersaat mit Buchweizen und anderen Leckereien wartet nämlich noch auf ihre Aussaat. Mittendrin wird dann auch der Hasenstrauch seinen Ehrenplatz finden.

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4 Kommentare zu “Der Hasenstrauch

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