Pflanzenschutz, frühe Versuche

aus Neues Hannoversches Magazin 1809

Wie man den beißenden und saugenden Insekten beikommen konnte, beschäftigte Landwirte und Gärtner schon immer.  Über Risiken und Nebenwirkungen machte man sich jedoch wenig Gedanken. War ein wirksames Mittel gefunden, fand es schnell Verbreitung. Die Presse, wie hier das Neue Hannoversche Magazin von 1809 nahm solche Entdeckungen gern auf.

Auch in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde in den Fachbüchern ein Loblied auf die chemische Schädlingsbekämpfung gesungen. DDT, Nikotin und viele andere Stoffe sind heute in Deutschland längst verboten. Welch schwere Folgen die Anreicherung der Stoffe im Boden haben kann, dämmerte jedoch erst spät. Manch einer mag es bedauern, dass es heute zum Beispiel gegen die Tipula-Larve, seit dem Verbot von E 605 kein wirklich wirksames Mittel mehr gibt. Dennoch ist die zunehmende Wachsamkeit und die veränderte Einstellung zu chemischen Mitteln richtig und wichtig. Wenn ich in der  „Gärtnerischen Berufsschule“ von 1950, die das Schulbuch meines Vaters war, lese:

„Gegen Schädlinge benutzt man Fraß- und Magengifte zur Vernichtung fressender Insekten (Raupen, Käfer) Die bekanntesten Mittel sind Arsen, Quecksilber und Bleiverbindungen. Die Mittel gelangen mit der Nahrung des Tieres in den Magen und vergiften es. „

so graust es mir erheblich. Es findet sich in dem Abschnitt kein Wort zum Anwenderschutz. Lediglich am Ende des Kapitels wird erwähnt, dass die Konzentration nicht so hoch sein dürfe, dass sie die Pflanzen selbst beeinträchtige. Dürfen wir es  zulassen, dass in Teilen der Dritten Welt noch heute so produziert wird? Ich glaube die Antwort ist eindeutig.

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