Sonntagsspaziergang

Nur zu dritt, nahmen wir am Sonntag eine kleine Tour in Angriff. Konsequent und ehrgeizig wie unser Jüngster nun mal ist, winkte er schon vorher ab, „Er müsse noch für eine Klassenarbeit lernen“ und das tat er dann auch. Dadurch war die Gestaltung des freien Sonntags auch für meine Frau festgelegt. In solchen Fällen ist es dann schon von Vorteil, wenn die Zahl der Kinder den Bundesdurchschnitt übersteigt. Unsere Tochter Lena und Nils, der ältere der beiden Jungs, waren jedenfalls gerne bereit einen kleinen Spaziergang zu unternehmen. Auf dem Weg zum Dammer Bergsee fiel mir gerade noch rechtzeitig ein, dass an diesem Tag in der Region der „Tag des offenen Hofes“ stattfand.

Der Schäferhof

Da Nils ein großer Tierfreund ist, schoben wir also noch einen Kurzbesuch auf dem Schäferhof ein. Mit seinen Moorschnucken beweidet dieser Hof rund um den Dümmer die extensiv genutzten feuchten Wiesen. Er trägt damit zum Erhalt dieser alten Nutztierrasse bei. Auch Westfälische Totleger und  Diepholzer Gans, als weitere vom Aussterben bedrohte Rassen,  werden auf dem Hof gehalten. Naturschützer informierten in einer Scheune über heimische Eulen, der Geflügelzuchtverein zeigte weitere Geflügelrassen  und die Imker waren ebenfalls präsent.  Damit gab es für Nils (12 Jahre) bereits hier einiges zu fotografieren.

Bergsee, Damme

Zu einer echten Fotosafari wurde die Tour dann am Dammer Bergsee. Bereits auf dem Weg durch den Wald suchten sich meine Kinder ihre Motive. Der Grund, warum ich den Bergsee als Ausflugsziel vorgeschlagen hatte, lag in den Orchideenbeständen, die dort vorhanden sind. Zwar ging es nur im Schneckentempo voran, doch dass die Kinder fleißig jeden Winkel mit ihren Kameras festhielten, zeigte ihre Begeisterung für die Natur und die Fotografie.  Wie  die Ergebnisse von Nils zeigen, hat er sich offenbar in der Bildgestaltung bereits einiges von seiner großen Schwester abgeschaut.

Nils Bilder

Dass Lena (19 Jahre), unsere Künstlerin im Hause, mit der Kamera umzugehen weiß, war mir ja bekannt. Als sie mir die Fotos für diesen Beitrag zur Verfügung stellte, war ich über die Fülle und die Qualität der Bilder aber doch überrascht. So fiel mir die Auswahl für den Beitrag ungemein schwer. An ihr Spiel mit Licht und Farben reichen meine eigenen Aufnahmen bei weitem nicht heran. Ich werde sie wohl überreden müssen noch mehr Aufnahmen für das Gartennetzwerk zur Verfügung zu stellen.

Lenas Bilder

Orchideen

Mir blieb somit nur noch, die Orchideen zu finden und im Bild festzuhalten. Immerhin 2 Arten konnte ich entdecken. Mit ihren kleinen Blüten drängen sich das Gefleckte Knabenkraut (Dactylorhiza maculata) und die Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris) dem Spaziergänger nicht sofort auf. Hat man sie aber erst entdeckt, erfreuen sie den Betrachter mit ihren außergewöhnlichen Blüten umso mehr. Insbesondere die Sumpf-Stendelwurz ist am Bergsee in größeren Beständen vorhanden. Dieser kleine Sonntagsausflug hatte sich also für alle Beteiligten gelohnt, und dass mich meine Kinder fotografisch an diesem Tag auf den dritten Platz verdrängt haben, ist mir durchaus Recht. Wer wohl an diesem Tag mehr gelernt und erlebt hat, Lars unser zuhause gebliebener (er möge es mir verzeihen) kleiner Streber oder Nils, Lena und ich selbst? Sicher wird Lars  mir in den nächsten Tagen stolzerfüllt seine guten Schulnoten unter die Nase reiben. Aber auch  das lass ich mir dann gern gefallen.

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2 Kommentare zu “Sonntagsspaziergang

  1. Pingback: Orchideenführung an ehemaligem Industriestandort | Garten-netz-werk

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