Ostfriesischer Problemfall – Heusenkraut

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Foto: Alain Dutartre, Bundesamt für Naturschutz

Einwanderer aus dem Gartenteich

Dieses großblütige Heusenkraut (Ludwigia grandiflora) ist im Aquarien- und Teichhandel erhältlich und kommt ursprünglich aus Südamerika. Die krautige und schnell wachsende, durchaus attraktive Art ist inzwischen aber in die freie Natur entkommen und entwickelt sich innerhalb weniger Jahre zum echten Problemfall.

In Ostfriesland bereits örtlich verbreitet

Auffällig ist Ludwigia in Deutschland bisher in Ostfriesland, wo sie sich explosionsartig vermehrt. Viel weiter ist diese Pflanze dagegen in Frankreich und anderen benachbarten Ländern. Dort sind ganze Kanäle verkrautet und nicht mehr schiffbar. Außerdem erstickt sie andere Pflanzen, Amphibien, Fische, Insekten und Larven. Selbst kleinste Pflanzenabschnitte bilden schnell neue Pflanzen.

In nicht zu schnell fließenden Gewässern und in Teichen findet das Heusenkraut bei uns ideale Lebensbedingungen. Dabei kann sie im Wasser bis zu 6 Meter lange Stängel ausbilden und sich bis ca. 30 Zentimeter aus dem Wasser erheben. Pflanzenfresser meiden das frostresistente Heusenkraut.

Ansiedlungsverbot und Bekämpfung

Durch aufwändige und gezielte Maßnahmen hat man diese invasive Pflanze bekämpft und hofft, sie damit erstmal aus der freien Natur zurückgedrängt zu haben. Auch im Kanton Genf scheinen diese Maßnahmen gefruchtet zu haben. Dort in der Schweiz steht das Heusenkraut auf einer Verbotsliste invasiver Arten.

Hier ist die besondere Verantwortung jedes Pflanzenfreundes, ob für Teich, Aquarium, Wintergarten oder Garten gefragt. Nicht heimische Pflanzen gehören nicht in die freie Natur!

Das Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, Federal Research Centre for Cultivated Plants stellt zu dieser Thematik folgendes Faltblatt zur Verfügung: Invasive Wasserpflanzen (mit freundlicher Genehmigung)

 

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4 Kommentare zu “Ostfriesischer Problemfall – Heusenkraut

    • das dürfte schwierig werden, da es ja in Gewässern siedelt. Und der Erfolg ist bei bis zu sechs Meter langen Trieben auch fraglich. 😉 LG Michael

  1. Hat dies auf Bibos kleine Fluchten rebloggt und kommentierte:
    Neulich hatte ich ja noch gewisse Pflanzen vom Müll gerettet. Was aber im Extremfall passiert, wenn Gartenpflanzen einfach so in die Natur gekippt werden, zeiigt dieses Beispiel.

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