Dorfeiche – Dötlingen

Dorfeiche Dötlingen

Dorfeiche Dötlingen

Sie ist nur noch ein Schatten ihrer selbst: Die Dorfeiche in Dötlingen. Seit ein Sturm ihr 1980 einen großen Teil ihrer Krone nahm, ist von der Dorfeiche nur noch ein Torso übrig. Ursprünglich soll sie eine Höhe von 15 Meter und einen ebenso großen Kronendurchmesser gehabt haben. Dennoch ist sie ein außergewöhnliches Naturdenkmal.

Dorfeiche Dötlingen

Was mag sie in den mindestens 500 Jahren ihres Daseins erlebt haben? Wenn Bäume sprechen könnten, wüsste sie sicher einiges zu erzählen. Vom 30jährigen Krieg etwa, der bitteres Leid über die Bevölkerung Europas brachte, oder von der  Franzosenzeit als der Ort zur Mairie de Dötlingen wurden. Auch die 4 Tage, in denen Dötlingen unter Katharina der Zweiten zu Russland gehörte, waren eine nahezu lächerlich Episode im Leben dieses Baumes.

1980 abgebrochener Ast

Sicher würde sich  der Baum auch zu der dunkelsten Zeit in der Geschichte des Ortes nicht in Schweigen hüllen. Es war die Zeit des Nationalsozialismus als Dötlingen wohl auch wegen des hohen Anteils linientreuer Nazis zum Reichsmusterdorf wurde. Sogar vor Mord schreckten Sie damals nicht zurück. Es war der Dötlinger Willi Rogge, der hier von der Kampfgruppe Wichmann noch 2 Tage vor der Befreiung durch die Alliierten erschossen wurde.

Dorfeiche Dötlingen

Heute ist Dötlingen ein vielbesuchter Touristenort mit einigen sehr interessanten Gärten, die hin und wieder auch für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Bis heute ist Dötlingen auch durch seine Künstler geprägt. Der wohl bekannteste, der einige Zeit in der Künstlerkolonie Dötlingen verbrachte ist Otto Pankok. Wie lange die Dorfeiche noch Mittelpunkt des Ortes bleiben kann ist ungewiss. Immerhin hat man vorsorglich bereits eine neue Dorfeiche gepflanzt. Ob sie auch 1000 Jahre alt wird, wie es die Dötlinger von ihrer Alten Dorfeiche behaupten?

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4 Kommentare zu “Dorfeiche – Dötlingen

  1. Alte Bäume haben etwas sehr faszinierendes. Wie du sagst, man kann sich vorstellen, was sie alles „erlebt“ haben.

    „Reichsmusterdorf“ klingt aber schon sehr beklemmend, obwohl es halt auch zur Geschichte gehört

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