Obstaroma

Jetzt wo die Erntezeit ihren Höhepunkten entgegen strebt, ist die hohe Zeit der aromatischen heimischen Obstsorten. Und aromatische Obstsorten schmecken roh, getrocknet und gekocht, in Kuchen, im Eis, in Marmeladen, in Salaten und vielen anderen Gerichten und Zubereitungen. Es gibt da allerdings noch eine, sagen wir, etwas edlere Form der Obstverwertung. Man fängt das Aroma gebündelt und intensiviert in alkoholischer Form ein und fabriziert nach alter Alchemistenmanier die schönsten Brände und Geiste.

Nun obliegt es hierzulande der Regierung, die Erlaubnis zur Herstellung solcherlei Lieblichkeiten zu erteilen. Diese Erlaubnis zu bekommen ist wiederum mit mancherlei Schwierigkeiten, Auflagen und Kosten verbunden. Selbst zu destillieren ist also in aller Regel nicht erlaubt. In manch anderen Ländern ist es traditionell einfacher, seine Ernte derartig zu verwerten.

Man muss aber annehmen, dass es wohl so manchen Obstfreund reizt, sich in die Illegalität zu begeben und seine Obstgetränke im Verborgenen zu komponieren. Dazu ist ein gerüttelt Maß an Wissen, sowie einige Geschicklichkeit in der Beschaffung geeigneten Materials, so wie hochentwickelte Fertigkeit und Sorgfalt im Umgang mit alledem nötig. Andernfalls begibt man sich schnell in Gefahr, seiner wertvollen Gesundheit erheblich zu schaden.

In früheren Zeiten gab es auf dem Lande in jeder Bauernschaft ein paar „Fachleute“, die sich auf derlei Zauberkunst verstanden, und damit so manche dörfliche und familiäre Festlichkeit nachhaltig bereicherten, allerdings auch für so manches unbeabsichtigte Feuerwerk sorgten. In unseren nördlichen Breiten standen dabei naturgemäß nicht die aromatischen Obstsorten, sondern Getreide und Erdfrüchte zur Verfügung, während im Süden die Kunst der Obstdestillation weiter verbreitet war.

PENTAX ImageHeutzutage findet man im Internet jegliche gewünschte Anleitung, sei es zur mikrobiellen Zucht seltenster Amöben bis zum Bau atomarer Sprengköpfe. Es ist eben so! Doch unter all diesen Anleitungen gibt es auch Lichtblicke, wie beispielsweise unser aller Gartenseiten beweisen. Und es gibt Anleitungen zum . . . richtig:         zum Obst destillieren, oder brennen wie der Volksmund sagt.

Weitestens davon entfernt, solcherlei gesetzeswidrige Tun gut zu heißen, geschweige denn selbst zu praktizieren, ist das Lesen über dieses verwerfliche Schaffen ganz legal und befriedigt wenigstens den Wissensdurst:  Wie stellt man denn eigentlich einen guten Obstbrand her? Außerdem, so staunt der rechtsbeflissene Laie, wie hoch entwickelt ist doch der menschliche Geist, und welche phantasievollen Fertigkeiten entwickelt  manch findiger Kopf, wenn es darum geht, Apparate für die Obstgeistdestillation zu bauen?

Besonders amüsant ist hierzu www.schnapsbrennen.at, eine österreichische Webseite, die nicht nur einer unvorstellbar großen geistvollen Anhängerschaft Heimat gibt, sondern neben einem unübersehbaren Schatz an geistigen Rezepten und Weisheiten, eine immense Sammlung an Fotos mit von Laien gebauten Destillationsapparaten beherbergt.

Nun überlass ich es der geneigten Leserschaft, sich bei einem guten und legal erworbenen Gläschen möglichst heimischen Obstbrandes mit diesem gehäuften Wissen und den vielen Bildern einen amüsanten geistigen Ausflug in die Welt der (teuflischen) Schnapsbrennerei zu erlauben.

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Obstgehölz- und Baumschnitt, eine Buchvorstellung mit Verlosung

Gartenstreifzug

Obstgehölze sollten geschnitten werden um sie langlebig, gesund und ertragreich zu erhalten.

Birnbaum

Aber da beginnt oftmals das Dilemma. Obstbaumschnitt scheint wie ein Buch mit sieben Siegel. Welch ein Glück, wer da einen erfahrenen „Obstbaumschneider“ kennt, der die Arbeit übernimmt. Und wenn nicht? Dem kann ich nur empfehlen sich über Bücher und Vorträge zum Thema die grundlegenden Dinge des Obstbaumschnitts anzueignen. Und dann in den Garten gehen und sich trauen den ersten Schnitt zu wagen! Glaubt mir, es kann nichts passieren, falls ihr nicht den ganzen Baum wegschneidet 😉  nur Übung macht den Meister!

Fragen über Fragen zum Obstbaumschnitt

Warum ist es so wichtig, daß man über die Unterlage Bescheid weiß? Was ist der Pflanzschnitt? Und einen Erziehungs-, Erhaltungs- und Verjüngungsschnitt gibt es auch noch? Oder wie kann ich die Wuchsstärke des Baumes regulieren indem ich entweder einen Winter- oder Sommerschnitt mache? Was ist die Saftwaage? Was nehme ich für Werkzeug zum Schnitt?

Fragen…

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Gundermann

Wildor-Heilpflanzen

Meinen ersten Blog möchte ich dem Gundermann widmen. Wenn ich nur an das Kraut denke geht mein Herz vollkommen auf. Gerade blüht er mit seinen wunderschönen kleinen lila Blüten. Normalerweise schleicht er sich ganz unauffällig über den Boden, eigentlich fast das ganze Jahr. Ich bin mir sicher, dass er in fast allen Gärten sich irgendwo im Gras versteckt. Die Blätter sehen für mich aus wie kleine Herzen und sie duften unglaublich gut. Der Duft erinnert an Minze und schmeckt auch ungefähr so. Mann kann die Blätter fast überall verwenden, wenn man den Geschmack mag. Der Geschmack ist sehr intensiv. Er schmeckt gut im Tee und kann im Sommer auch als Erfrischung wie Minze verwendet werden. Ich mag ihn auch im Kräutersalz sehr gern.

Gundermann ist für mich eine kleine Wunderpflanze, körperlich wie seelisch. „Gund“ bedeutet Eiter. Das heißt überall da wo z.B. eitrige Wunden sind ist er Entzündungshemmend. Man kann…

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Milde Zeiten

Das war vor 3 Jahren, doch auch in diesem Jahr fördern die milden Temperaturen vielerorts noch das Pilzwachstum. Doch werden inzwischen die Pilzbestände unserer Wälder mehr und mehr systematisch geplündert und in ihrem Artenreichtum gefährdet.

Darum bitte mit Augenmaß sammeln oder sich an einem solchen Anblick einfach nur erfreuen und auf die Ernte verzichten. Bäume sind zur Erschließung von Nährstoffen unmittelbar auf Pilze angewiesen.

Calvatia gigantea, Riesenbovist, Gartennetzwerk.comDass ich noch am 1. Dezember ein Prachtexemplar eines Riesenbovisten (Calvatia gigantea) finde, hab ich vorher auch nicht für möglich gehalten. Aber es ist so und zeigt, wie mild der Herbst in diesem Jahr hier im Nordwesten ist.

Dieser Kollege hier ist ein sehr schön, fast komplett ebenmäßig rund gewachsener, 1 Kilogramm schwerer und ca 20 Zentimeter im Durchmesser messender Pilz mit ausgezeichneten Geschmack. Es ist nur eine mittlere Größe, denn Riesenboviste können bis zu 50 Zentimeter Dicke messen.

Solange er innen rein weiß ist, eignet sich der Bovist, der zu den Stäublingen gehört, für jeder Art Pilzgericht. Klassisch schneidet man ihn in dicke Scheiben, paniert und brät ihn wie ein Schnitzel.

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Bauerngärten in Berlin

Sogar per Satellit sind sie gut zu erkennen, die großen, kreisrunden Bauerngärten von Max von Grafenstein in Berlin. An mittlerweile drei Standorten dieser Stadt sind diese ungewöhnlichen  Gartenflächen für die immer größer werdende Urban-Gardening-Gemeinde nutzbar.

Bauerngarten Berlin, Gartennetzwerk.com
Bauerngarten Berlin

Bauerngarten Berlin, Gartennetzwerk.com
Bauerngarten Berlin

Und so funktioniert’s: Sobald der Schnee schmilzt, trifft das Gartenteam alle nötigen Vorbereitungen – von der Bodenbearbeitung bis zur Aussaat. Zur Saisoneröffnung Ende April/Anfang Mai wird der Bauerngarten in bedarfsgerechte Garten-Portionen unterteilt und zur Verpachtung angeboten.

Jede dieser Parzellen umfasst, je nach Bedarf, etwa 22 bzw. 45 m² – etwa die Fläche einer 1- bis 2-Zimmer-Wohnung. Jedes Gärtchen ist zum Zeitpunkt der Übergabe mit etwa 25 verschiedenen Gemüsesorten bepflanzt, verteilt auf Reihen mit Schwachzehrer- und Starkzehrer-Beeten. Ein ebenfalls enthaltenes jungfräuliches Wunschbeet kann frei beackert werden. Mitgebrachte Pflanzen und Saatgut benötigen nachweislich eine Ökokontrollnummer.

Nun begleitet jeder seine Gemüsepflänzchen von den ersten zarten Keimblättern bis zum beherzten Schnitt mit dem Erntemesser über den Sommer. Das Gartenteam stellt dazu alles nötige Arbeitsmaterial wie Erntekalender, Gartenwerkzeuge, Kompost und vieles mehr zur Verfügung. Per Gartentelegramm wird jeder mit ausführlichen Anleitungen und viel Bauern-Know-how unterstützt. Sehr beliebt sind auch die praktischen Workshops zu Aussaat, Kräutern, Pflege- und Pflanztechniken, Fruchtfolge oder Lagerung und Verarbeitung.

Erst Mitte November, wenn alle Kohlköpfe prall sind und der letzte Mangold vom Laub bedeckt wird, endet die Bauerngartensaison. Dann kann man sich zu Hause noch eine Weile an den bunten Kürbissen auf der Fensterbank, den getrockneten Bohnen und den Zwiebelzöpfen am Regal erfreuen, und sich bis zur nächsten Saison im Forum weiter mit allen netten Gartennachbarinnen und -nachbarn austauschen.

Bauerngarten Berlin

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